Diese App ist (noch) ein Geheimtipp: Warum DIVERCITIES europaweit durchstarten MUSS

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Diese App ist (noch) ein Geheimtipp: Warum DIVERCITIES europaweit durchstarten MUSS

 

Krisen, Krisen, Krisen – und die EU ist weit weg vom Menschen. Auch schon mal gedacht? Kein Problem! Ich stelle euch heute ein sehr cooles EU-Projekt vor, was sich direkt vor eurer Haustür und auf den digitalen Empfangsgeräten abspielt: Das Projekt Future DiverCities, mit seiner App DIVERCITIES. #EUinmyRegion

Future DiverCities. Global, vernetzt und doch regional

Future DiverCities. Dabei geht es um Schlagworte wie Kunst, Digitalisierung, urbane Räume, intelligente Lösungen, interkulturelle und internationale Vernetzung. Mit dabei sind 10 europäische und sogar ein kanadischer Partner, die alles zusammenbringen: Künstler, digital Players und jeden, der in der Stadt und der Region Lust hat mit dabei zu sein.

Future DiverCities2016-2020

Future DiverCities by Future DiverCities/ konteiner.org

Das ist Future DiverCities in Zahlen und Fakten

Future DiverCities kommt zuerst etwas unübersichtlich daher. Das liegt an seinen dezentralen und sehr zahlreichen Projekten und Angeboten. Ich habe für euch mal ein paar interessante Fakten aufgeschlüsselt:

Die 10 verschiedenen Partner des Projektes haben bereits mit mehr als 2000 Künstlern zusammen gearbeitet und mit etwa 250 weiteren Partnern auf lokaler Ebene. Mehr als 25.000 Menschen sollen jährlich an den Kultur- und Bildungsangeboten teilnehmen. Future DiverCities ist auf insgesamt 4 Jahre angelegt – von 2016 bis 2020 – und hat ein Gesamtbudget von 4 Millionen Euro, was von der Europäischen Kommission finanziert wird.

Als Ergebnis sieht man Workshops, Konferenzen, Innovation Labs, Konzerte und Veranstaltungen aller Art. Die jeweiligen Projektpartner sitzen in Bristol, Aix-en-Provence, Barcelona, Berlin, Zagreb, Kuopio, St. Étienne, Bergen, Quebec und Liepaja. Gemeinsam haben sie, dass sie den Zugang zur digitalen Kunst und Kultur promoten und vor allem das Ziel, diese – jenseits von verstaubten Kulturelfenbeintürmen – für alle zugänglich machen.

Screenshot App DIVERCITIES

Screenshot der App DIVERCITIES Marsatac On Air, Marseille

Die App: DIVERCITIES – der alternative Cityguide

Im Rahmen von Future DiverCities ist ein digitales Produkt entstanden: DIVERCITIES. Eine frisch gelaunchte App von 2017, die die Musik einer Stadt zu deinem persönlichen Soundtrack macht.

Sie kann mit Deezer, 1D touch music oder Spotify gekoppelt werden und geht somit auf deinen ganz persönlichen Musikgeschmack ein.
DIVERCITIES unterscheidet sich aber in einem markanten Punkt von anderen Streaming-Apps: 65% der Umsatzerlöse gehen direkt an die Künstler, wovon besonders die Kreativen in der Region profitieren.

Nach dem ersten Download wird schnell klar: das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, was aber niemanden davon abhalten sollte die App auszuprobieren! Denn was ebenso schnell ins Auge sticht – DIVERCITIES hat trotzdem sehr viel Potential und bietet schon jetzt kleine Überraschungen. Schauen wir uns die App also mal genauer an.

App Divercities in action

Soundtrack Marseille – App Divercities by Miriam Reif/ CC

Der Soundtrack meiner Stadt – DIVERCITIES in Aktion

Ich klicke auf den Menüpunkt „Konzerte“ und bekomme direkt 24 Veranstaltungen in meiner Region angezeigt – alle in Marseille. Danach klicke ich auf ein Fähnchen in der GoogleMaps Karte und sehe, das Marsatac am 21.06. im Parc Chanot spielen. Als Alternative gibt’s das Konzert aber auch On Air, mit zusätzlichem DJ Set im Friche Belle de Mai. Tanzen auf der Dachterrasse der alten Industrieanlage, mit Blick über Marseille und das Mittelmeer. Besser geht nicht. Als musikalischen Vorgeschmack laufen auf DIVERCITIES schon jetzt für mich Marsatac und Sounds von den DJs der bevorstehenden Veranstaltung. Seeehr cool.

Screenshot Diversities App Karte

DIVERSITIES App Google Maps

Ich forsche weiter, gehe auf „Ausstellungen“ und finde eine Playlist des Marseiller Musiklabels I.O.T. Records. Fette Independent Sounds spielt DIVERCITIES jetzt ab. Das Label kannte ich vorher noch nicht. Definitiv ein Gewinn.

Die App kann aber noch mehr. Sie ist ein musikalischer und kultureller Cityguide. Für den berühmten Friedhof Père Lachaise in Paris gibt es eine eigene Playlist. „Les feuilles mortes“ und das Klavier von Thelonious Monk verursachen die passende Gänsehaut. Neben der Musik sind auch eingebettete Youtube-Videos und Radiopotcasts verfügbar und sorgen somit für ein facettenreiches Hintergrundwissen über die Location.

Bisher findet man Veranstaltungen und Cityguides vor allem in Frankreich. Marseille, Paris, Lyon und Nantes sind ganz vorne dabei, was daran liegt, dass DIVERCITIES ein Produkt der französischen Partner von Future DiverCities ist. Brüssel ist für Belgien mittlerweile auch am Start. Die nächsten Schritte sind Barcelona, Berlin und Bristol – und von da aus hoffentlich ganz Europa!

Go for it! DIVERCITIES hat viel Potenzial

Wie schon gesagt, die App wurde erst dieses Jahr veröffentlicht und ist definitiv noch ein Geheimtipp. Die Stärke von DIVERCITIES liegt klar in dem Zugänglichmachen von Musik, Kulturinfos und Events für die Leute, die sich an Ort und Stelle dafür interessieren. Was in einer Stadt, die man nicht so gut kennt, kulturell abgeht, ist nämlich gar nicht so leicht herauszufinden. Oft ist nicht klar, nach was man im Netz suchen soll und vor allem auf welchen lokalen Seiten sich die Infos verstecken. DIVERCITIES funktioniert auch ohne dieses Insiderwissen und vor allem, durch die intuitive Bedienung, ohne die jeweilige Landessprache zu kennen. (!)

DIVERCITIES Screenshot I.O.T. Records Marseille

App DIVERSITIES Screenshot, I.O.T. Records, Marseille

Die User von DIVERCITIES bekommen anhand der App ein ganz anderes Bild von der Stadt und schauen quasi hinter ihre Fassaden. Für lokale Bands und Kultureinrichtungen ist die App ein absoluter Gewinn, denn sie bietet eine einmalige Plattform sich innerhalb einer Stadt und Region zu präsentieren.

Vor den Machern von DIVERCITIES steht noch eine Menge Arbeit und ich hoffe, dass der lange Atem und auch das Budget ausreichen wird, damit alle Europäer diese coole App auch nutzen können.

Von mir gibt es jedenfalls 5 von 5 möglichen Sternchen. Einige Vorschusslorbeeren und Anfangseuphorie mit eingerechnet, weil die App jung ist, sehr sympathisch rüberkommt und wirklich viel Potenzial hat.

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